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Endlich wieder Eier

Ich bin höchst empört. Mit schwungvoller Kraft stoße ich die Tür zur Limobar auf. Die drei Gäste, die in Ruhe den Tag und Feierabend genießen und friedlich an den Tischen vor ihren Getränken sitzen, bekommen einen Schreck und zwei von ihnen werfen sich spontan unter den Tisch, weil sie einen Amoklauf vermuten.
Suza dreht, recht entspannt, den Kopf und lächelt mich an. „Na?!“, fragt sie. Mir ist nicht nach „Na?!“ Ich knalle die Zeitung, die ich in der Hand habe, auf den Tisch und donnere los: „Suza! Wir hatten eine Vereinbarung! Wir wollten nicht mehr, dass das, was wir denken, reden und tun, in der Öffentlichkeit auftaucht! Das machen die Smartphones, intelligente Lautsprecher und was weiß ich was noch automatisch, wenn sie uns abhören! Und was machst du? Du veröffentlichst einen Artikel in der Zeitung! In der Zeitung!“ Ich lasse mich auf einen Stuhl fallen und sehe Suza an. Ich schüttle fassungslos den Kopf. „Und dann auch noch so einen Artikel. Der kann dich den Kragen kosten!“
„Quatsch“, erwidert Suza, „für so einen Artikel muss man Eier haben!“
Die anderen Gäste sehen neugierig zu den zwei Frauen hinüber. Ich bemerke das, greife die Zeitung und lese laut vor:

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Die Welt ist gut!

„Der Mensch ist schlecht. Aber auch das ist nur in Teilen richtig. Wichtig ist doch, den Glauben und das Vertrauen in das Gute nicht zu verlieren.“ Dies sind meine Gedanken, als ich Richtung Limobar marschiere, um Suza zu treffen.  Ich passiere ein junges Paar, ein Kind im Kinderwagen schiebend, was sich gerade über Nachtische unterhält. Continue reading

Kindergarten der Kommunikation

Ende April und noch immer müssen wir uns in den miefigen Innenräumen der Kneipen verstecken, statt uns öffentlich in den Biergärten der Republik präsentieren zu dürfen.
Meine Laune ist mies als ich die Limobar betrete. Das Wetter, die Menschen, die Kommunikation … und Suza hat es mal wieder geschafft, mich noch vor 8 Uhr an diesem Morgen zur Weißglut gebracht zu haben.
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Eier

Suza sitzt in der Limobar und hält sich an der Tischdeko, einem kleinen Blumentöpfchen mit Narzisse, fest, als könne diese Blume sie wärmen. Es ist tatsächlich erstaunlich kalt in der Kneipe. Ich nehme an, Hubert hat die Heizung schon abgedreht, weil er das da draußen, so kurz vor Ostern,  für Frühling hält. Als Suza mich sieht, springt sie auf und umarmt mich lange und herzlich. Ich traue dem Frieden nicht, so körperlich eng anhänglich ist sie eigentlich nicht. Ich frage sie: „Du wärmst dich an mir!?“
Sie grinst. Und nickt. Dann führt sie mich zum Stuhl, drückt mich auf ihn, setzt sich direkt neben mich und vergräbt ihre Hände in meiner Jackentasche: „Die Welt ist kalt“, sagt sie.  Continue reading