Vermehrung

Ich habe einen Fehler gemacht. Ich habe vergessen, dass Suza eine blühende Fantasie hat.  Präsentiert man ihr einen Gegenstand, einen Gedanken oder malt ihr mit Worten ein Bild, was nur annähernd Gelegenheit bietet, ein Thema aufzugreifen, welches in Suzas Augen ein rotes Tuch ist, so gehört die nächste Stunde einem von Suzas abstrusen Monologen. Zum Glück ist es warm in der Limobar. Es ist auch warm vor der Limobar, aber allein die Sternedeko an Huberts Cocktailgläsern lässt schon erahnen, dass bald Weihnachten sein müsste.  Vermehrung weiterlesen

Wirklich?

Als ich den Biergarten der Limobar betrete, stelle ich fest, dass sich die meisten Menschen an den Frühling gewöhnt zu haben scheinen: Sie sitzen in kurzen Hosen, Sommerkleidchen und T-Shirt rum, als hätten sie das ganze letzte halbe Jahr nichts anderes gemacht. Ich habe mich noch nicht an den Frühling gewöhnt, was mich hochgradig unleidlich sein lässt. Wirklich? weiterlesen

Die Eier der Hasen

Nachdem Suza, eine Million andere Bürger der Stadt und ich einen ausgiebigen Osterspaziergang gemacht haben, um zu demonstrieren, dass wir dieser Tage total entspannt, gechillt drauf sind und Zeit haben, Spaziergänge zu machen, sitze ich mit Suza in der Limobar.
Auf dem Tisch liegen unzählige bunte Eier. Miniaturausgaben von Hühnchen, Küken, Hähnchen und Häschen umrunden eine kleine Glasvase mit gelber Narzisse, die den Kopf hängen lässt.
Suza guckt mich ob meiner letzten Aussage ungläubig an und da Hubert gerade unsere Getränke bringt, nutze ich die Chance, um meine Theorie zu festigen. Die Eier der Hasen weiterlesen

RespekTIERlich

Es ist endlich so etwas wie Frühling und Suza genießt die gerade schon erträgliche Abend-Temperatur im Biergarten der Limobar, als ich mich zu ihr setze. Ich sehe sie an und zeige auf mein Gesicht: „Siehst du?! Das ist das Gesicht, was ich mache, wenn ich wirklich keinen Bock mehr hab.“
Mone lächelt mich etwas mitleidig an: „Ich weiß. Ich kenne das Gesicht. Aber oft gesehen habe ich es noch nicht. Was ist los?“
„Die Menschen! Kaum haben sie in den ersten Frühlingsstrahlen Ausgang, schon benehmen sie sich wie rattig räudige Silberrücken im Affenhaus.“ RespekTIERlich weiterlesen